Ein Falschgeldhändler, der keiner ist. Ein Einbrecher, der tot im Wohnzimmer liegt. Eine gestohlene Statuette mit Erpresserbrief. Ein Giftmord auf sonniger Terrasse. In Bonn hat Kommissar Bernd Köster alle Hände voll zu tun – und ständig mischt sich Polizeihauptmeisterin Larissa Brendel ein, die eigentlich nur "Schutzpolizei" ist, aber ein untrügliches Gespür für den entscheidenden Hinweis hat. Kurze, pointierte Fälle zum Miträtseln, garniert mit einer gehörigen Portion Funken zwischen den beiden Ermittlern. Heiterer Bonn-Krimi mit Love-and-Crime-Faktor: Wer war's – und kriegen die beiden sich?
Jackie Kowal:
Küss mich, Kommissar!
Jeder Mann in der Hotellobby starrte sie an, und die Empfangsdame musterte skeptisch Larissas Stulpenstiefel, das transparente Top und den superkurzen Mini.
Ein blonder Mann schob sich neben sie an die Rezeption. Larissa ignorierte ihn und wandte sich an die Empfangsdame. »Brendel mein Name. Ist mein Mann schon angekommen?«
Die Rezeptionistin räusperte sich. »Er steht neben Ihnen.«
* * *
Wütend warf Larissa ihre Reisetasche aufs Bett. Der Blonde lehnte in der Tür des Hotelzimmers.
»Ich heiße übrigens Bernd«, sagte er. »Bernd Köster. Wir müssen in einer halben Stunde am Flughafen sein. Der Amerikaner kommt mit der Mittagsmaschine aus New York. Er ist unser Kontaktmann.«
»Ich würde gern vorher noch duschen«, erklärte Larissa. »Mein Revierleiter hat mich vor einer halben Stunde aus dem Bett gescheucht und gesagt, dass ich hier antanzen soll.« Sie zerrte am Saum des Minirocks. »Noch dazu in dieser Aufmachung.«
»Mit gefällt's«, meinte der Blonde.
* * *
Sie trafen sich im Flughafenrestaurant mit dem Amerikaner. Typ Geschäftsmann. Anzug, Weste, Krawatte. Er reichte Bernd einen Fünfzig-Euro-Schein. Der gab ihn weiter an Larissa-
»Unser Angebot!«, meinte er mit seinem deutlichen Akzent.
Larissa prüfte das Wasserzeichen und die anderen Sicherheitsmerkmale des Scheint. »Echt«, meinte sie dann.
Der Amerikaner schüttelte grinsend den Kopf.
»Wir sind interessiert«, erklärte Bernd. »Ich kaufe hunderttausend Euro in Fünfzigern. Wir zahlen ein Viertel.«
Der Amerikaner nickte. »Ich melde mich bald bei Ihnen.«
* * *
Für den Abend hatte Larissa sich in ein superenges rotes Minikleid gezwängt. Dazu trug die schwarze Nahtstrümpfe und rote Pumps. Die Männer in der Hotelbar starrten sie an. Nur der dunkelhaarige Playboytyp am anderen Ende der Bar nicht.
»Er bietet hunderttausend Euro in falschen Fünfzigern an«, sagte Bernd Köster leise zu Larissa. »Ich habe fünfundzwanzigtausend echte Euro geboten. Er will sofort liefern. Das heißt, dass die Blüten ganz in der Nähe sind.«
»Und wie geht's weiter?« Larissa zwinkerte dem Playboytyp zu.
»Hör auf, mit diesem Kerl zu flirten!«
Der Playboy prostete Larissa zu.
»Wir gehen!«, entschied Bernd.
* * *
Larissa kam im Nighty aus dem Bad. Bernd saß auf dem Bett und trug außer Boxershorts nur einen Hauch Rasierwasser. Larissa glitt unter die Decke....







